Freitag, 5. November 2010

Aachen - Piobaireachd - zwei Premieren

Piobaireachd gilt als die klassische Dudelsackmusik. Höchst anspruchsvoll und für den Nicht-Dudelsackspieler nicht unbedingt immer verständlich. Die Stücke - oftmals hunderte von Jahren alt und in Ihren Variationen nicht selten 10, 20, 30 oder noch mehr Minuten in der Spieldauer - haben Ihren besonderen Reiz. Aber Piobaireachd (gesprochen Pibroch) bei einer Hochzeit ?
Auf diese Idee wäre ich nicht von selbst gekommen.
Aber, vor einigen Tagen war es dann soweit:
Auftraggeber und Braut wünschen sich einen Piobaireachd zur Trauung !
Und ich ließ mich überzeugen einen zu spielen, zwar nicht direkt am Standesamt, aber dann doch zum Sektempfang. Und es ist gut angekommen denn im Dankesschreiben heisst es:

"Auch im Namen des Braupaares noch mal vielen Dank für den wunderschönen Auftritt.
Es hat allen sehr gut gefallen, auch die Braut- und Bräutigam-Eltern waren sehr beeindruckt...

Wir werden Dich gerne weiterempfehlen!!!"

Piobaireachd bei einer Hochzeit ? Ab jetzt ja ! Wie hört sich so etwas an ? Ein Auszug aus kann unter diesem Link anghört werden:

http://www.dudelsack-online.de/2_HTH.html
unter den Videos "Sound - Beispiele" - Piobaireachd - die klassische Musik der Highlands...

Das war die erste Premiere. Es gab jedoch noch eine weitere. Kurzes Zitat aus dem Dankesschreiben:

"Das Intermezzo mit dem Ordnungsamt habe ich direkt noch am Samstag in meiner Hochzeitsrede verarbeitet - wer hat denn schon gleich zwei Ämter, die sich am Hochzeitstag sehr ernsthaft um einen bemühen?!"

Da ich recht häufig bei Standesämtern spiele und sogar von einigen Städten immer wieder einmal zum Musizieren in die Innenstadt eingeladen werde, ist mir das freundliche Hallo der Ordnungsbeamten ja vertraut. In Aachen gab es aber nach dem "Hallo" - und das von drei ! Ordnungshütern- noch etwas : Die Bitte mich bei der Trauung "recht kurz zu fassen..." (Hallo ! ... Piobaireachd !?!).
Das war dann die zweite Premiere : eine Stadt, in der es in einigen Bereichen generell nicht erlaubt ist zu musizieren, egal mit welchem Instrument. Auf meine Nachfrage wurde mir noch einmal bestätigt, dass das Standesamt dazu gehört. (Oder lag es vielleicht doch an den, in unmittelbarer Nähe, im Aachener Dom, statt findenenden Feierlichkeiten zu Ehren des 70. Geburtstages eines Bischoffs ? ;-)

Na ja, gespielt habe ich trotzdem !

Abb1.was wollten die Ordnungsbeamten...?   
Abb. 2. alles wird gut...